Menschen machen Unternehmen erfolgreich

Digitale Transformation in der Metall- und Elektroindustrie gestalten

Die richtige Organisation ist entscheidend

08.05.2018

Die digitale Transformation fordert Unternehmen aller Branchen, ihre Geschäftsfelder zu hinterfragen und ihre Geschäftsmodelle an die neuen Herausforderungen anzupassen. Die bayerischen Metall- und Elektroarbeitgeberverbände bayme vbm haben die Personal- und Managementberatung Kienbaum beauftragt, ihre Mitgliedsunternehmen zum Thema Digitalisierung zu befragen. „Bei der Digitalisierung gewinnt die Frage nach der geeigneten Organisationsform zunehmend an Bedeutung, denn sie beeinflusst maßgeblich den Erfolg der digitalen Transformation“, erklärt bayme vbm Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt das Ergebnis der Studie.

Der digitale Reifegrad: Wie weit sind Unternehmen bei der Digitalisierung?

Zur Bewertung des Umsetzungsstandes der Digitalisierung in Unternehmen wurde ein vierstufiges  Reifegradmodell entwickelt: Es beginnt mit der klassischen Organisationsform, die zweite Entwicklungsstufe ist die hybride Organisation, die dritte ist die digitale und schließlich steht auf der vierten Stufe die agile Organisation.

Zwei Drittel der befragten M+E Unternehmen befinden sich noch in den ersten beiden digitalen Reifegraden und damit am Anfang der digitalen Transformation. „Die Digitalisierung ist bei den Unternehmen in der M+E-Industrie angekommen“, sagt bayme vbm Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. „Es gibt aber Unterschiede im digitalen Reifegrad. Branchen mit kurzen Produktlebenszyklen sind beispielsweise digital reifer.“ In der Branchenbetrachtung ist innerhalb der M+E Industrie naturgemäß der IT-Sektor am stärksten digitalisiert, gefolgt von der Elektro- und Elektronik-Industrie und dem Fahrzeugbau. Weniger fortgeschritten ist der Stand derzeit noch in den beiden Branchen Maschinenbau und Metallerzeugung und -verarbeitung.

„Mit der Digitalisierung geht ein Wandel von funktionalen Organisationsstrukturen zu agilen  Netzwerkorganisationen einher. Diese Weiterentwicklung vollzieht sich evolutionär, nicht revolutionär“, sagt Yvonne Balzer, Head of Digital Division bei Kienbaum und Mitglied der Geschäftsleitung.

Die richtige Organisationsform: Digitale Transformation ist Chefsache

„Bei über 76 Prozent der Unternehmen wird die digitale Transformation vom Geschäftsführer verantwortet. Sechs Prozent der Firmen haben eine eigene Funktion für die Digitalisierung geschaffen. Erfolgreich verläuft der digitale Wandel vor allem dann, wenn Funktionen mit fachbereichsübergreifendem Horizont das Thema verantworten“, so Balzer. Außerdem gilt: Unternehmen, die ihre Mitarbeiter in Vollzeit auf  Digitalisierungsthemen setzen, haben einen höheren digitalen Reifegrad.

„Die digitale Transformation gelingt nur, wenn sie intern verortet und übergreifend getrieben wird. Sie braucht eine eigene Digitaleinheit im Unternehmen“, bestätigt Balzer. Einen besonders hohen digitalen Reifegrad zeigten Unternehmen mit einer eigenen Digitaleinheit, die die digitale Transformation fachbereichsübergreifend fokussiert.

Zudem erklärten 76 Prozent der befragten Unternehmen die digitale Transformation zur Chefsache. „Dort, wo die Organisationsform im Unternehmen stimmt, ist auch die Digitalisierung am weitesten fortgeschritten“.

Gut aufgestellt für die Zukunft: Chancen der Digitalisierung im Unternehmen

„Die Digitalisierung ist eine Herausforderung, aber sie bietet vor allem auch große Chancen für die Unternehmen. Unsere Studie zeigt, dass Firmen mit einem hohen digitalen Reifegrad die Fähigkeit besitzen, schnell auf Veränderungen am Markt – insbesondere hinsichtlich Kundenbedürfnissen und  Nachfrageschwankungen – zu reagieren. Das ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor um auf den volatilen Weltmärkten bestehen zu können“, so Brossardt.

Kienbaum Insights The CIO.

Ausgabe 5, Mai 2018

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