Mut zur Veränderung

Jobwechsel: Jetzt erst recht?

Mut zur Veränderung

Wer kennt sie nicht, die Frage „Soll ich oder soll ich nicht?“ Noch schnell über die Ampel oder lieber warten? Sich einen lang ersehnten Wunsch erfüllen oder lieber noch einmal aufschieben?

Lesedauer: 4 Minuten

In der aktuellen Situation ist für die meisten von uns eher Abwarten angesagt. Doch „soll ich oder soll ich nicht und wenn ja, was genau?“ beschreibt ein Muster, in das viele Menschen fallen, wenn es um die eigene Karriere geht. Sie hadern mit Entscheidungen:

“Komfortzone oder Sprung ins kalte Wasser?”

“Jetzt durchstarten oder lieber abwarten?”

“War’s das schon oder gibt es da etwas, was ich unbedingt noch in meiner Karriere erreichen möchte?” und falls ja:
“Was eigentlich genau?”

Hadern und Grübeln helfen allerdings oft wenig. Auch die oftmals gut gemeinten Ratschläge von Freunden, Kollegen und Familie, die teils ungefragt erfolgen und mit Aussagen wie „Man muß doch…“ und „Man sollte, würde, könnte…“ operieren, lähmen die eigene Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit eher.

Was also tun?

Der erste Schritt zur Erkenntnis liegt in der Beantwortung von vier einfachen Fragen, die sich auf das eigene Berufsleben beziehen:

 

1. In welchen Situationen war ich besonders motiviert und habe für die Ergebnisse meiner Arbeit Anerkennung bekommen?

Anerkennung muss klassischerweise nicht „nur“ vom Vorgesetzten kommen; es können ebenso gut die Kollegen, Kunden oder Mitarbeiter sein, die loben und bewundern.

2. Bei welchen Aufgaben war ich über die Maßen motiviert und habe für die Ergebnisse meines Schaffens keine Anerkennung erhalten?

Die Antworten auf diese Frage können Hinweise auf zukünftige Herausforderungen geben, die ich in meiner aktuellen Position nicht angehen kann und möglicherweise nicht zum aktuellen Profil oder Unternehmen passen.

3. Wobei war ich bisher eher routiniert statt motiviert und habe für mein Tun Anerkennung erhalten?

Hierbei geht es um die typische Komfortzone. Doch Vorsicht: Wer nur routinemäßig arbeitet, macht irgendwann Fehler. Und es besteht das Risiko, dass Kollegen, Mitarbeiter oder Externe zwar den gleichen Job machen, allerdings vollkommen anders: Disruption und Digitalisierung lassen grüßen. Es geht also auch um die eigene „Employability“.

4. Zu guter Letzt: Wo war ich nicht motiviert und habe keine Anerkennung erhalten?

Wer hier umfangreiche Antworten liefert, sollte dies als Warnsignal verstehen und sich fragen, ob es nicht dringend geboten ist, einen Jobwechsel einzuleiten.

 

Es geht also weniger um die Auflistung dessen, was man kann, sondern um die eher schwierige Frage, was man wirklich möchte, was einen antreibt und worauf man stolz ist.

Natürlich ist Karriereplanung kein Wunschkonzert. Doch wer tut, was er wirklich will, ist meistens sehr erfolgreich damit.

Doch zurück zur Ausgangsfrage: Mut zur Veränderung – Jetzt erst recht?

Diese Frage ist in der Tat nicht leicht zu beantworten. Doch wer damit rechnet, dass seine Aufgabe in den nächsten Wochen oder Monaten wegfallen könnte – sei es aus Gründen eines zu erwartenden Stellenabbaus im Zusammenhang mit den wirtschaftlichen Einschnitten der Corona-Krise oder weil häufige Kritik seitens des Vorgesetzten und ein anhaltendes Überforderungsgefühl darauf hindeuten – kann sich eindeutig auf ein „ja“ festlegen. In diesem Fall gilt: Je früher, desto besser, denn in Krisen verstärken sich derartige Signale meist. Der aktuelle Stillstand ist sogar die bestmögliche Zeit, sich auf diesen Schritt vorzubereiten, noch bevor man vor vollendete Tatsachen gestellt wird. Sobald sich das öffentliche und wirtschaftliche Leben normalisiert, ist man dann gut vorbereitet, sich auf dem offenen und verdeckten Markt umzuschauen.

Wer sich hingegen einigermaßen sicher in seiner aktuellen Position fühlt, jedoch eine zunehmende Unzufriedenheit, Leere oder Demotivation bei sich selbst beobachtet, sollte sich zumindest die Frage stellen, ob er nach dem Ende der aktuellen Krise genauso weitermachen möchte wie bisher.

Für beide Fälle gilt: Gerade der jetzige „Abstand“ schafft Möglichkeiten und Freiräume, sich auf den vermeintlichen Tag der Weichenstellung vorzubereiten – egal ob freiwillig oder erzwungenermaßen – um dann mit klarem Ziel vor Augen und dem nötigen Know-How den Arbeitsmarkt fokussiert anzugehen. Kurzum: Die Verunsicherung durch die jetzigen Umstände kann als Initialzündung dafür dienen, einmal innezuhalten und die eigene Karriere sowie Beschäftigungssicherheit kritisch zu hinterfragen – gerade jetzt ist die richtige Zeit dazu.

 

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Bernd Fricke, Director Executive NewPlacement & Karriereberatung
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