Digital Leader Artikel
Wanted: Digitale Entrepreneure

Was Unternehmen heute von Kandidaten erwarten

15.09.2017

Digitale Transformation, permanenter Change, agile Organisationsstrukturen, immer kürzere Innovationszyklen: Die Unternehmen stehen vor immer komplexeren und anspruchsvolleren Herausforderungen. Damit sie diese erfolgreich bewältigen können, brauchen sie die passenden Mitarbeiter. Die Folge: Die Unternehmen erwarten viel mehr von Bewerbern als noch vor ein paar Jahren.

Vor zehn Jahren…

...sah das Recruiting noch ungefähr so aus: Es dominierten klar beschriebene und abgegrenzte Stellenprofile mit hauptsächlich fachlichen Anforderungen. Der Bewerber wusste: Das ist eine Stelle, für die meine Fachkompetenz gefragt ist und die es auch in fünf oder zehn Jahren noch so oder so ähnlich geben wird.

Heute… 

…schauen die Unternehmen in den meisten Fällen viel stärker auf die weichen Faktoren und auf die praktischen Erfahrungen, die ein Bewerber mitbringt. Ursache für diese Entwicklung ist – wieder einmal – die Digitalisierung: Denn die digitale Transformation betrifft und erfasst alle Bereiche des Unternehmens. Niemand kommt mehr aus ohne ein gewisses digitales, technologisches Know-how und ein ordentliches Maß an Bereitschaft und Fähigkeit zur Veränderung.

Aber natürlich muss man noch differenzieren:

Nicht jeder Mitarbeiter eines Unternehmens muss ein digitaler Intrapreneur sein, der Strukturen, Prozesse und Produkte ständig hinterfragt und hochgradig kreativ ist und mit agilen Teams neue digitale Geschäftsmodelle entwickelt und Innovationen in kürzester Zeit zur Marktreife bringt.

It´s the Culture, Stupid!

Denn über Erfolg oder Misserfolg der digitalen Transformation entscheidet letztlich die Kultur des Unternehmens, also die Haltung der Mitarbeiter zu Veränderungen und neuen Entwicklungen. Schließlich hat eine Organisation so gut wie nie ein Erkenntnisproblem – das heißt, die Unternehmensführung, aber auch die meisten Mitarbeiter wissen, wohin die Reise gehen sollte und was dafür geschehen müsste. Doch weil Veränderung meistens schmerzhaft ist, bedarf es guter Führung. Digital Leadership ist also gefragt – ebenso wie Inspiration und Leidenschaft.

Achtung Konjunktiv!

Müsste, sollte, könnte… Häufig hakt es immer noch an konsequenter Umsetzung. Agile Organisationsstrukturen müssen mit Leben gefüllt werden, permanenter Change braucht eine Vertrauenskultur und Mitarbeiter, die Lust haben den Status quo in Frage zu stellen und Innovationen voranzutreiben – ohne offizielles Mandat des Vorstands und manchmal gar einen Titel, der sie als Change Manager oder Innovationsevangelist ausweist.

Unser Modell

Was genau umfasst Digitalkompetenz im Management? Wir bei Kienbaum haben ein alternatives Führungskräfte-Kompetenzmodell entwickelt, das zukunftsorientierte Kompetenzanforderungen in vier Perspektiven konkretisiert:

  • Strategieentwicklung
  • Leadership
  • Verhalten
  • Methoden

Das Modell fokussiert auf alle digitalen Herausforderungen:

  • Entwicklung und Bewertung von Geschäftsmodellen
  • Design von Innovationsprozessen
  • Empowerment digitaler Teams und Talente
  • unternehmerische Begeisterung für kundennahe Prototypen
  • Einsatz moderner Kreativitäts- und Problemlösungsmethoden
  • Kombination von Soft Skills und Umsetzungskonsequenz. 

Und es integriert praxisorientierte Beschreibungen von digitalen Unternehmertypologien.

Skills plus x

Das Modell verbindet klassische fachliche Anforderungen – sogenannte Skills, aufgebaut über Wissen und Anwendungserfahrungen – mit einem veränderten Führungsbild und mit ausgewählten Verhaltens- und Einstellungsdimensionen. Dabei vernachlässigen wir bewusst klassische Baumuster wie Betriebswirtschaft, Strategie und Organisation, Überzeugungskraft und Durchsetzungsvermögen.

Dahinter steht unsere Beobachtung, dass erfolgreiche Start-up-Unternehmer und Innovatoren im Unternehmen nicht mit bisher dominierenden Managertypologien vergleichbar sind. Diese basieren zum Beispiel auf Steuerungsanspruch und Positionierung, Prozessoptimierung und Performance Management und prominenter Vernetzung.

Eine „neue“ Managergeneration mit Prägung aus Start-ups, digitalen Geschäftsmodellen und agilen Projektorganisationen bringt viel mehr mit:

  • emotionale Intelligenz
  • Empowerment
  • die Fähigkeit sich selbst zurücknehmen
  • Kreativität
  • Das Pflegen einer offenen und wertschätzenden Fehlerkultur

Das erwarten die Unternehmen heute von Führungskräften der Zukunft!

Gefragt: der Digital-Unternehmer

Auf den Punkt gebracht: Unternehmen benötigen für die Durch- und Umsetzung der digitalen Transformation einen neuen Typus von Mitarbeitern mit spezifischen Skills und Kompetenzen. Insbesondere Führungskräfte müssen neben digitalem Know-how und Fähigkeiten im Change Management auch ein unternehmerisches Mindset, Startup-Mentalität und Konzernerfahrungen als Fundament mitbringen, um den digitalen Wandel voranzutreiben. Auch innovatives, agiles Denken und Kommunikationsstärke sind wesentliche Erfolgsfaktoren.

Dieses Profil des Digital-Unternehmers ist allerdings ein rares Gut. Umso wichtiger ist es für Unternehmen Mitarbeiter mit Potenzial für dieses Profil zu rekrutieren oder in den eigenen Reihen zu identifizieren und sie Schritt für Schritt fit zu machen für diese erfolgskritische Rolle!

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#Digitale Transformation #Digital Leadership
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