Menschen machen Unternehmen erfolgreich

Inhalte Kamingespräche

AKTUELLE ENTWICKLUNGEN DER CORPORATE GOVERNANCE

> Zunehmender Einfluss von Investoren und Stimmrechtsberatern

> Gesellschaftliche Erwartungen an legitimes Handeln der Aufsichtsräte und Vorstände

> Anforderungen an die Organe von Seiten der Politik, Rechtsprechung und Mitbestimmung

> Incentivierung von Risiko und Innovation im Zeitalter der Digitalisierung


Zunehmender Einfluss von Investoren und Stimmrechtsberatern  

Die Richtlinien („Voting Policies“) der Stimmrechtsberater stehen in einem Quasi-Konkurrenzverhältnis zu den Anregungen und Empfehlungen des DCGK und setzen börsennotierte Unternehmen verstärkt unter Druck. Folgt ein Unternehmen bspw. nicht den Vorgaben dieser „Voting Policies“, müssen die Organe mit einer negativen Abstimmungsempfehlung und einem negativen Votum der Hauptversammlung rechnen.

Daneben sieht die geplante Änderung der EU-Aktionärsrechte-Richtlinie vor, dass auch Investoren künftig eine aktivere Rolle in der Überwachung börsennotierter Unternehmen spielen. Vor diesem Hintergrund interessiert uns, welche Chancen und Risiken Sie im steigenden Einfluss von Investoren sehen und wie Sie daneben die Rolle von Proxy Advisor bewerten.

Gesellschaftliche Erwartungshaltung 

Neben Investoren hat auch die Gesellschaft als Anspruchs­gruppe bestimmte Erwartungen an eine gute Unternehmens-führung und -kontrolle. Jedoch lässt sich diese Erwartungshaltung nicht im gleichen Maße kodifizieren, wie es für Investoren und Stimmrechts-berater der Fall ist.

So wird zwar in der Präambel des DCGK ausgeführt, dass die Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft nicht nur Legalität, sondern auch ethisch fundiertes, eigenverantwortliches Verhalten nach dem Leitbild des ehrbaren Kaufmanns verlangen. Allerdings ist das Leitbild des ehrbaren Kaufmanns interpretationsbedürftig. Hier interessiert uns Ihre Haltung zur Aufnahme des ehrbaren Kaufmanns in die Präambel des DCGK sowie woran legitimes Handeln zu bemessen ist und wie insbesondere der Aufsichtsrat sein Handeln ausrichten kann, um legitimen Verhaltensweisen Vorschub zu leisten.
    
Dynamische Marktveränderungen  

Die Geschwindigkeit der Veränderung, die im Zuge der Digitalisierung und Automatisierung bestehender Ge­schäftsmodelle und Arbeitsprozesse bisweilen funda­mental infrage stellt, zwingt Unternehmen dazu, sich mit diesen Herausforderungen auseinanderzusetzen und den Implikationen einer strategischen und strukturellen Neuausrichtung der Organisation sowie den Folgen für die Mitarbeiter proaktiv zu begegnen. In diesem Kontext fällt dem Vorstand und dem oberen Management die Rolle zu, die Weichen für die Zukunft zu stellen. Dies setzt voraus, dass die Verantwortungsträger bewusst Risiken eingehen, um die digitale Transformation umzusetzen.

Das Spannungsfeld zwischen kurzfristigem Erfolg und langfristiger Wertschöpfung bestimmt den Aktionsradius der handelnden Akteure. Vor diesem Hintergrund gilt es eine Kultur zu schaffen, die Innovationspotenziale explizit fördert und zum Experimentieren einlädt. Unternehmen bewegen sich daher zusehends zwischen zwei Welten: Einerseits ist es erforderlich, effiziente Strukturen anzubieten, um eingeschwungene Routinen zu nutzen, andererseits aber flexible Freiräume zu gewähren, die Unternehmen zum Ausschöpfen von Innovationspotenzialen motivieren.

In diesem Kontext interessiert uns, wie Sie mit den Themen Innovation und Risiko in Vergütungsfragen umgehen.
  
Leitplanken aus Politik und regulatorischen Rahmenbedingungen

Das Tätigkeitsfeld von Aufsichtsräten hat sich durch die regulatorischen Eingriffe in den letzten Jahren gewandelt. Zum einen geht es mit steigenden Anforderungen an die kompetenzseitige Zusammensetzung des Gesamtgremiums einher und schlägt sich zudem auch in klaren Mindestanforderungen an die einzelnen Aufsichtsratsmitglieder nieder.

Zum anderen ist auch die Gremienarbeit direkt betroffen und wird im Bereich der Vorstandsvergütung bspw. durch aktuelle Entwicklungen im Rahmen der Institutsvergütungsverordnung oder der EU-Aktionärsrechte-Richtlinie nachhaltig beeinflusst. Der Themenblock rund um regulatorische Entwicklungen im Umfeld der Unternehmensführung und -kontrolle fokussiert eingangs auf die kompetenzseitigen Anforderungsprofile im Aufsichtsrat. Ausgehend von Entwicklungen im Banken- und Versicherungsumfeld hat auch der DCGK in seiner aktuellen Fassung (Ziffer 5.4.1) diesen Qualifizierungsanspruch übernommen und empfiehlt, dass der Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung konkrete Ziele benennt und ein Kompetenzprofil für das Gesamtgremium erarbeitet.

Es gilt den Aufsichtsrat laut DCGK so zusammenzusetzen, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Nachfolgend geben wir Ihnen die Möglichkeit, selektiv verschiedene Kompetenzfelder und Beschreibungskategorien auszuwählen, die Sie für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats auf Personen-, Rollen- sowie Gremienebene in Ihrem Unternehmen für besonders wichtig erachten. Abschließend dürfen Sie per Freitext selbst beschreiben, was Sie für das Ausüben Ihres Mandats gleichermaßen befähigt wie motiviert.