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Martin Lücker
Martin Lücker
Pressesprecher

​Kienbaum-Studie zur Vorstands- und Aufsichtsratstätigkeit in Österreich

Anforderungen an Aufsichtsräte steigen, Vergütung hinkt hinterher

Wien, 25. Februar 2016 Österreichs Vorstände und Aufsichtsräte sind sich einig: Die Zeiten, in denen ein Sitz im Aufsichtsrat als Ruhekissen für ehemalige Topmanager diente, sind längst vorbei: 95 Prozent der Vorstände und sogar sämtliche Aufsichtsräte sind der Ansicht, dass der Aufwand für die Aufsichtsratsarbeit zuletzt deutlich gestiegen sind, ergibt eine aktuelle Kienbaum-Studie. Auf der anderen Seite – so die Meinung der Studienteilnehmer – stagnieren jedoch die Gehälter von Aufsichtsräten besonders im Mittelstand und in kleineren Unternehmen – und das auf niedrigem Niveau. Für die Studie „Herausforderung Organtätigkeit“ hat die Beratungsgesellschaft Kienbaum 62 Vorstände und Aufsichtsräte befragt.

„Gestiegener Zeitaufwand, erhebliche Haftungsrisiken und neue Kompetenzanforderungen: Die Aufsichtsräte haben sich eine stärkere Aufmerksamkeit ebenso wie eine steigende Vergütung verdient. Denn ihre Arbeit wird immer komplexer und anspruchsvoller. Das erfordert bei den Unternehmen eine neue Sensibilität für die Eigenheiten der Aufsichtsratsvergütung. Fatal wäre es aber, die Gehaltsmuster des Vorstands blind auf den Aufsichtsrat zu übertragen“, sagt Vergütungsexperte Alfred Berger von Kienbaum in Wien.

Erfolgsunabhängige Vergütungsbestandteile sind weit verbreitet und nehmen weiter zu
Unternehmenskontrolleure erhalten eine Vergütung, die sich aus verschiedenen Komponenten zusammensetzt: In 86 Prozent der von Kienbaum befragten Unternehmen erhalten Aufsichtsratsmitglieder eine feste Grundvergütung. Ebenso anerkannt sind die Vergütung bestimmter Rollen im Aufsichtsgremium wie etwa die des Aufsichtsratsvorsitzenden und die Tätigkeit in Ausschüssen des Aufsichtsrats. Dagegen beziehen nur in neun Prozent der befragten Unternehmen die Kontrolleure eine variable Vergütung.

„Die Unabhängigkeit der Unternehmenskontrolleure muss gewährleistet sein und sich auch im Vergütungsmodell widerspiegeln. Deshalb sind viele der befragten Unternehmen, die ganz oder teilweise auf erfolgsabhängige Vergütungskomponenten verzichtet, bereits auf dem richtigen Weg“, sagt Alfred Berger.

Aufsichtsratsgehälter im Mittelstand sind oft eher zu niedrig
Große Konzerne und der Mittelstand unterscheiden sich im Niveau der aktuellen Aufsichtsratsvergütung: Während immerhin 55 Prozent der Befragten das Vergütungsniveau von Konzern-Kontrolleuren als angemessen einschätzen, halten 90 Prozent der befragten Vorstände und Aufsichtsräte das Gehalt von Aufsichtsratsmitgliedern im Mittelstand für zu niedrig. „Die Entwicklung der Aufsichtsratsbezüge spiegelt die steigenden Anforderungen gerade im Mittelstand noch immer nicht voll wider“, sagt Alfred Berger von Kienbaum.  

Österreichischer Corporate Governance Kodex wird eher positiv gesehen
Zwar sehen viele Befragte den Österreichischer Corporate Governance Kodex (ÖCGK) eher positiv, sprechen sich aber nur dann für weitere Änderungen am Kodex aus, wenn sie unerlässlich und sinnvoll sind. Die Stoßrichtung aus Sicht der Aufsichtsräte und Vorstände ist: Weniger ist mehr. Denn es wird eine zunehmende Detailbefrachtung des ÖCGK bemängelt, die zu einer hohen Komplexität und zu einer hohen Zeit- und Kostenbelastung für die Unternehmen geführt hat.

Anforderungsprofile für Zusammensetzung des Vorstands fehlen häufig
Die Unternehmen haben noch erheblichen Nachholbedarf, was die Anforderungsprofile für Zusammensetzung des Gesamtvorstands angeht: Nur zehn Prozent der Befragten geben an, dass ihr Unternehmen über solche Anforderungsprofile verfügt. „Dieser Befund überrascht uns doch. Auf der einen Seite hört man überall, dass in die Vorstände mehr Diversity einziehen soll. Aber wie will ein Unternehmen einen Vorstand nach solchen Gesichtspunkten zusammensetzen, wenn es gar keine Anforderungsprofile für den Gesamtvorstand gibt?“, sagt Kienbaum-Experte Alfred Berger.

Aufsichtsräte stellen sich selbst ein durchwachsenes Zeugnis aus
Bei der Effizienz der Aufsichtsratsarbeit gibt es offenbar noch Luft nach oben:
45 Prozent der befragten Kontrolleure sind der Ansicht, dass die Aufgaben des Aufsichtsrats effizienter bearbeitet werden könnten. Primärer Ansatzpunkt für eine Verbesserung ihrer Arbeit ist in den Augen der Aufsichtsräte eine bessere Vorbereitung. „Ein interessantes Detail am Rande: Aufsichtsräte wünschen sich für ihre Vorbereitung virtuelle Datenräume – der „Aufsichtsrat als Gremium alter Herren“ gehört also offenbar der Vergangenheit an“, sagt Alfred Berger.

Auch viele Vorstände fordern, dass sich die Kontrolleure besser auf Sitzungen vorbereiten sollten, denn nur so könnten sie die Vorstandsarbeit unterstützen und kontrollieren. Schaut man auf die Qualifikationen im Aufsichtsrat, besteht die größte Diskrepanz zwischen Bedeutung und tatsächlichem Kenntnisstand bei marktbezogenem Wissen und Personalkompetenz.    
     
Für weitere Informationen steht Ihnen Alfred Berger von Kienbaum Beratungen Wien gern zur Verfügung (Fon: +43 1 533 51 88 21; alfred.berger@kienbaum.com).

Kienbaum. Inspirierend. Anders.

Kienbaum Consultants International ist eine Personal- und Managementberatung, die den Menschen in den Mittelpunkt ihres Beratungsportfolios stellt. Das Unternehmen ist darauf spezialisiert, Menschen in Organisationen zu bewegen und so Veränderungen zum Erfolg zu führen. Kienbaum ist in den Geschäftsfeldern Executive Search, Human Capital Services, Change- und Organisations-Beratung und Kommunikation tätig. Dabei greifen die interdisziplinären Teams auf jahrzehntelange Beratungserfahrung, fundiertes Branchen-Know-how und die anwendungsorientierten wissenschaftlichen Erkenntnisse des Kienbaum-Forschungsinstituts zurück. Kienbaum wurde vor mehr als 70 Jahren in Deutschland gegründet und wird heute als Familien- und Partnerunternehmen geführt. Das Beratungsunternehmen unterhält neben seinem Hauptsitz in Köln Standorte in 18 Ländern auf vier Kontinenten.
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