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Kienbaum legt Studie zur Aufsichtsratsvergütung vor

Anforderungen an Aufsichtsräte steigen auch im Mittelstand, Vergütung hinkt hinterher

  • Vergütung in mittelständischen Gremien ausbaufähig
  • Variable Vergütungsanteile weiterhin sinkend 
  • Aufsichtsräte sind Wegweiser in die Zukunft

Köln, 12. April 2018 Die Rolle des Aufsichtsrats für die Unternehmensführung wird immer bedeutender. Das liegt auch daran, dass der Aufsichtsrat über die Besetzung und Incentivierung des Vorstands maßgeblichen Einfluss auf die zukünftige Entwicklung von Unternehmen hat. Jedoch spiegeln derzeit die Bezüge der Kontrolleure diese verantwortungsvolle Aufgabe noch nicht ausreichend wider –  das gilt besonders für die vielen mittelständisch geprägten Unternehmen. Zwar ist die Vergütung von Aufsichtsräten in diesen Unternehmen in Deutschland im vergangenen Jahr um durchschnittlich 5,9 Prozent erneut gestiegen (2016: +5,7 Prozent), betrachtet man aber den gegenüber Ausreißern robusteren Median, zeigen sich die Pro-Kopf-Bezüge im Vergleich zum Vorjahr unverändert –  und das bei stetig steigenden Anforderungen. Für ihre aktuelle Studie hat die Personal- und Managementberatung Kienbaum die Geschäftsberichte von über 1.400 deutschen Unternehmen außerhalb der Indizes DAX, MDAX, SDAX und TecDAX hinsichtlich der Bezüge ihrer rund 13.000 Aufsichtsratsmitglieder ausgewertet.

Aufsichtsrat entscheidet über die Zukunftsorientierung des Unternehmens

„Entgegen der landläufigen Meinung ist das Aufsichtsmandat auch im Mittelstand längst kein honoriges Ehrenamt mehr“, sagt Sebastian Pacher, Experte für Aufsichtsratsvergütung bei Kienbaum, und ergänzt: „In der heutigen Zeit brauchen Aufsichtsräte eine Vielzahl von Kompetenzen und sind die Treiber – oder im ungünstigeren Fall die Blockierer –  zukunftsträchtiger Investments und der Digitalisierung in ihren Unternehmen. Diese Verantwortungsträger müssen sich über fachliche und persönliche Kompetenz auszeichnen und für eine professionelle Ausführung der Überwachungstätigkeit ein durchaus signifikantes und steigendes Zeitinvestment aufbringen. Dafür ist eine angemessene Vergütung Voraussetzung.“ Vier Fünftel der von Kienbaum untersuchten Unternehmen zahlen ihren Aufsichtsratsmitgliedern durchschnittlich nicht mehr als 30.000 Euro im Jahr, nur drei Prozent der Aufsichtsräte erhalten mehr als 70.000 Euro pro Jahr. Sowohl die Unternehmensgröße als auch die Branche können einen Einfluss auf die Vergütungshöhe haben: Die höchsten Pro-Kopf-Bezüge erhalten Aufsichtsräte in den Branchen erneuerbare Energien (durchschnittlich rund 35.000 Euro) und Elektrotechnik (durchschnittlich rund 34.000 Euro). Die geringsten Pro-Kopf-Bezüge finden sich in der Branche Verkehr und Lagerwirtschaft, die ihren Aufsichtsräten im Schnitt rund 10.000 Euro zahlt. 

Erfolgsunabhängige Vergütung im Aufsichtsrat bleibt Trend 

Im Gegensatz zu den Vorstandsmitgliedern deutscher Unternehmen, bei denen die erfolgsabhängigen Bezüge die festen Vergütungsbestandteile häufig deutlich übertreffen, erhalten Aufsichtsratsmitglieder bis zu 100 Prozent erfolgsunabhängige Vergütung. Das gilt sowohl für börsennotierte als auch für nicht-börsennotierte Unternehmen. Der anhaltende Anstieg der erfolgsunabhängigen Mandatsbezüge ist für Sebastian Pacher ein Indikator für die zunehmende Forderung nach einer größeren Unabhängigkeit der Aufsichtsratsmitglieder: „Häufig wird argumentiert, dass gerade die kurzfristigen variablen Vergütungskomponenten für Aufsichtsräte die Kontrollfunktion des Organs konterkarieren. Eine erfolgsunabhängige Vergütung, die unterschiedliche Rollen und Aufgaben berücksichtigt, ist mit der Kontrollaufgabe des Aufsichtsrats besser zu vereinbaren.” 

Stabiler Ausblick für die Aufsichtsratsvergütung im Mittelstand 

„Die Einschätzung des Niveaus der Aufsichtsratsvergütung hat sich über die letzten Jahre hinweg kaum verändert und wird vorzugsweise im Mittelstand als zu niedrig empfunden. Das bestätigt auch eine Umfrage, die wir Anfang des Jahres unter 120 Unternehmen durchgeführt haben“, stellt Sebastian Pacher fest. Knapp zwei Drittel der Großunternehmen rechnen mit einem weiteren Anstieg der Aufsichtsratsvergütung in den kommenden Jahren, im Mittelstand dagegen erwartet nur die eine Hälfte einen Anstieg, die andere Hälfte eine gleich bleibende Vergütung. Sebastian Pacher meint dazu: „Oft wird das Vergütungsniveau der Aufsichtsräte in Großunternehmen im Vergleich zu mittelständischen Unternehmen als zu hoch empfunden, und die Tagessätze der Aufsichtsräte stehen auch tatsächlich in Abhängigkeit zur Größe des kontrollierten Unternehmens.“ 


Die Kienbaum Aufsichtsratsstudie ist zum Preis von 1.100 (+MwSt.) online unter https://shop.kienbaum.com/verguetungsstudie-aufsichtsrat-2017  erhältlich. Für weitere Informationen zur Studie steht Ihnen Dr. Sebastian Pacher gern zur Verfügung (Fon: +49 173 926 54 87, E-Mail: sebastian.pacher@kienbaum.de).

Kienbaum. Inspirierend. Anders.

Kienbaum Consultants International ist eine Personal- und Managementberatung, die den Menschen in den Mittelpunkt ihres Beratungsportfolios stellt. Das Unternehmen ist darauf spezialisiert, Menschen in Organisationen zu bewegen und so Veränderungen zum Erfolg zu führen. Kienbaum ist in den Geschäftsfeldern Executive Search, Human Capital Services, Change- und Organisations-Beratung und Kommunikation tätig. Dabei greifen die interdisziplinären Teams auf jahrzehntelange Beratungserfahrung, fundiertes Branchen-Know-how und die anwendungsorientierten wissenschaftlichen Erkenntnisse des Kienbaum-Forschungsinstituts zurück. Kienbaum wurde vor mehr als 70 Jahren in Deutschland gegründet und wird heute als Familien- und Partnerunternehmen geführt. Das Beratungsunternehmen unterhält neben seinem Hauptsitz in Köln Standorte in 18 Ländern auf vier Kontinenten.
www.kienbaum.com


Redaktion/Verantwortlich für den Inhalt: Saskia Leininger

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