Menschen machen Unternehmen erfolgreich

Pressemitteilung

Kienbaum veröffentlicht Studie zu den Gehältern in Österreich

Österreicher verdienen im Schnitt knapp drei Prozent mehr als 2016

  • Gehälter steigen auf allen Ebenen
  • Ein Großteil der Führungskräfte erhält variable Vergütung
  • Unternehmen nutzen Potenzial von Zusatzleistungen noch zu wenig

Wien, 29. Juni 2017 Die Gehälter der Führungskräfte in Österreich steigen weiter: Die Unternehmen haben die Grundgehälter ihrer Manager im Vergleich zum Vorjahr im Schnitt um 2,7 Prozent angehoben, ergab eine aktuelle Studie der Personal- und Managementberatung Kienbaum in Wien. Die Topmanager streichen dabei mit drei Prozent die höchste Gehaltssteigerung ein, während die Führungskräfte auf der untersten Ebene mit 2,5 Prozent die geringste Vergütungserhöhung verzeichnen. Die Grundgehälter ihrer Spezialisten haben die österreichischen Unternehmen binnen Jahresfrist um durchschnittlich 2,8 Prozent erhöht, so die Berechnungen von Kienbaum. Für seine aktuelle Studie hat das Beratungsunternehmen die Gehaltsdaten von 2.600 Führungskräften aus 257 Unternehmen und von 2.360 Spezialisten aus 108 Firmen in Österreich analysiert.

Neben der Gehaltsentwicklung sind auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen positiv: 44 Prozent der befragten Firmen erwartet für dieses Jahr eine steigende oder sogar stark steigende Profitabilität; 47 Prozent gehen immerhin von etwa gleich bleibenden Zahlen aus.

Ein Großteil der Führungskräfte erhält variable Vergütung

Der Anteil der Führungskräfte, die einen Bonus zusätzlich zu ihrem Grundgehalt beziehen, ist seit Jahren auf hohem Niveau: Heuer erhalten 94 Prozent aller Topmanager in Österreich eine variable Vergütung, 2014 waren es mit 95 Prozent in etwa genauso viele. Auf der ersten Ebene unterhalb der Geschäftsführung beziehen aktuell 87 Prozent der Führungskräfte einen Bonus, im mittleren Management sind es 82 Prozent und auf der unteren Führungsebene im Schnitt 78 Prozent.

Auch der Anteil des Bonus an der Gesamtvergütung ist über die Jahre praktisch stabil, so die Ergebnisse der Kienbaum-Studie: Im Topmanagement liegt dieser Anteil seit Jahren bei rund ein Viertel des Gesamtsalärs, im Mittelmanagement sind es 15 Prozent und Teamleiter beziehen im Schnitt 9 Prozent ihres Gehalts in Form eines Bonus.

Wie hoch die variable Vergütung ausfällt, hängt in vielen Unternehmen vom Gewinn ab: 41 Prozent der österreichischen Firmen bemessen die Höhe der variablen Vergütung anhand von Gewinngrößen. 23 Prozent ziehen dazu Umsatzgrößen heran, 20 Prozent setzen auf qualitative Bezugsgrößen und nur 13 Prozent machen die Höhe des Bonus von der individuellen Leistung der Führungskraft abhängig.

„Die Treffsicherheit der variablen Vergütungskomponenten im Sinne von Motivation und Leistungsanreizen sollte in Zukunft ein wesentlicher Schwerpunkt in der Gestaltung von innovativen Vergütungssystemen sein. Variable Vergütungssysteme finden dann Anerkennung, wenn sie die Mitarbeiter begeistern und das Unternehmertum des Einzelnen stärken", so Alfred Berger von Kienbaum.

Fast jeder Topmanager fährt einen Firmenwagen

Firmenwagen sind nach wie vor eine besonders beliebte Zusatzleistung in Österreich: 99 Prozent der Topmanager fahren einen Firmenwagen mit einem durchschnittlichen Anschaffungspreis von 54.000 Euro. Auf der ersten Ebene unterhalb der Geschäftsführung sind es immer noch 78 Prozent der Stelleninhaber, die in den Genuss eines Dienstwagens im Wert von 47.000 Euro kommen. Auch gut die Hälfte der Mittelmanager und rund ein Drittel der Teamleiter fahren einen Firmenwagen.

Unternehmen nutzen Potenzial von Zusatzleistungen noch zu wenig

Weitere beliebte Benefits in österreichischen Unternehmen sind das Firmenhandy, Angebote zur Gesundheitsversorgung durch den Arbeitgeber, gefördertes Mittagessen und eine Krankenzusatzversicherung. „Der Wettbewerb unter den österreichischen Unternehmen um die besten Köpfe wird immer intensiver. Insbesondere bei den Absolventen macht sich der Fachkräftemangel stark bemerkbar. Trotzdem nutzen immer noch viele Firmen kaum das volle Potenzial, das Zusatzleistungen bieten, um sich als attraktiver Arbeitgeber in der jeweiligen Zielgruppe zu positionieren. Deshalb ist es für die Unternehmen besonders wichtig zu wissen, welche Angebote marktüblich sind und wie sie sich in diesem Umfeld von ihren direkten Wettbewerbern auf dem Talentemarkt positiv abheben können", sagt Alfred Berger, Leiter Compensation und Performance Management von Kienbaum in Wien.

Berufseinsteiger mit akademischem Abschluss

Die Einstiegsgehälter für Akademiker stiegen über dem österreichischen Schnitt, lediglich die der Juristen stagnierten. Die Naturwissenschaftler können sich über einen Anstieg von an die 8 Prozent freuen. Die Vergütung von Technikern/Informatikern liegt mit 43.800 Euro pro Jahr immer noch am höchsten und die der Betriebswirte mit jährlich 40.600 Euro am niedrigsten. Ohne akademische Ausbildung ist der Kollektivvertrag noch immer die Latte für den Einstieg. Gehaltserhöhungen werden dann über die individuelle Leistung argumentiert.


Redaktion/Verantwortlich für den Inhalt: Saskia Leininger