Menschen machen Unternehmen erfolgreich

Pressemitteilung

Studie von Kienbaum und StepStone zu den Organisationsstrukturen in deutschen Unternehmen

Flache Hierarchien sorgen für mehr Innovationen

Köln/Düsseldorf, 3. Juli 2017 Unternehmen mit flachen Hierarchien sind innovativer: 61 Prozent der Firmen, die mit wenigen Hierarchiestufen auskommen, bringen aus Sicht ihrer Mitarbeiter besonders gut neue Ideen hervor. Im Gegensatz dazu wird nur ein Drittel der Unternehmen, die stark hierarchisch organisiert sind, von seinen Mitarbeitern als besonders innovativ eingeschätzt. Das zeigt eine Studie von Kienbaum und StepStone zu den Organisationsstrukturen in deutschen Unternehmen, für die mehr als 14.000 Fach- und Führungskräfte befragt wurden.  
Noch sind die hierarchisch organisierten und häufig wenig innovativen Firmen allerdings deutlich in der Mehrheit: 74 Prozent der Fachkräfte und 68 Prozent der Führungskräfte arbeiten in einem eher oder stark hierarchischen Unternehmen. „Die deutsche Wirtschaft verschenkt noch viel zu viel Innovationspotenzial. Anstatt jedoch zu fordern, jede Firma egal welcher Größe solle einfach seine Hierarchiestufen zusammenstreichen, sind neue Antworten gefragt, wie auch in großen Unternehmen mit vielen Leitungsebenen Verantwortung delegiert und der Mitarbeiter an Entscheidungen des Managements beteiligt werden kann“, sagt Walter Jochmann, Geschäftsführer bei Kienbaum.

Führungskräfte hemmen Innovationskultur

Doch nicht nur die steilen Hierarchien stehen einer lebendigen Innovationskultur in den Firmen im Wege, auch das Verhalten der Unternehmensführung spielt eine Rolle: Immerhin 18 Prozent der von Kienbaum und StepStone befragten Fachkräfte haben das Gefühl, die Führung ihres Unternehmens begrüße es nicht, wenn Mitarbeiter Ideen und Verbesserungsvorschlägen einbringen. „In der Fläche scheint es an einem systematischen Prozess zur Verwertung von Ideen zu fehlen. Im Ergebnis heißt das: In vielen Unternehmen mangelt es an Innovationen – gerade angesichts immer kürzerer, teils disruptiver Innovationszyklen eine bedenkliche Diagnose“, sagt Sebastian Dettmers, Geschäftsführer bei StepStone.

Transformationale Führungskultur macht Unternehmen besser          

Unternehmen, in denen die Hierarchien flach sind und die eine Führungskultur leben, in der die Führungskraft Mitarbeiter inspiriert, motiviert, intellektuell anregt und individuell fördert, sind am erfolgreichsten. Allerdings ist dieser Führungsstil noch lange nicht in jedem Unternehmen angekommen. Deshalb stellen die Fachkräfte ihren Chefs auch ein schlechtes Zeugnis aus: Zwei Drittel der in der Studie befragten Fachkräfte halten ihre Führungskraft nicht für fit für die Herausforderungen der Zukunft. Im Gegensatz dazu schätzen die Führungskräfte ihre Leistung wesentlich besser ein: Sie sind tendenziell davon überzeugt, dass sie eine Zukunftsvision verfolgen, die ihre Mitarbeiter anspornt, und dass ihre Mitarbeiter sie als Symbol für Erfolg und Leistung sehen. „Es gibt eine Diskrepanz zwischen dem Selbstverständnis der Führungskräfte und der von den Mitarbeitern erlebten Realität von Führung im Arbeitsalltag. Das eröffnet Potenziale für die zukünftige Gestaltung und Entwicklung von Arbeitsinhalten und -abläufen in den Unternehmen“, sagt Kienbaum-Geschäftsführer Jochmann.
 
Unternehmen mit Mehrlinien-System haben die unzufriedensten Mitarbeiter

Die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter variiert mit dem Führungssystem: Befragte, die in einem Unternehmen mit Mehrlinien-System arbeiten, sind am unzufriedensten, ergab die Studie von Kienbaum und Stepstone. Am zufriedensten sind hingegen Mitarbeiter, die ausschließlich die Unternehmensgeschäftsführung als Vorgesetzte haben. „Mitarbeiter und Teams, die vorrangig durch die Unternehmensgeschäftsführung geführt werden, können sehr selbstbestimmt und eigenverantwortlich arbeiten– das steigert die Motivation sich stark für das Unternehmen zu engagieren und kreativ zu sein“, sagt StepStone-Geschäftsführer Dettmers.
 
 
Weitere Ergebnisse der Studie finden Sie im Whitepaper „Organigramm deutscher Unternehmen“.  

Über die Studie „Organigramm deutscher Unternehmen“
Im Winter 2016 haben die Online-Jobplattform StepStone und die Personal- und Managementberatung Kienbaum eine Gemeinschaftsstudie zu Stand und Perspektive der Hierarchie und Organisation von Unternehmen in Deutschland durchgeführt. Im Rahmen dieser Studie wurden insgesamt 14.317 Personen befragt, davon circa 50 Prozent Fachkräfte, 40 Prozent Führungskräfte und 10 Prozent Mitarbeiter in sonstigen Positionen wie etwa Werkstudenten.

Über StepStone
StepStone ist die führende Online-Jobbörse in Deutschland. Das Angebot von StepStone ist mit mehr als 16 Millionen Besuchen im März 2017 das meistgenutzte im Wettbewerbsumfeld (Quelle: IVW). StepStone beschäftigt mehr als 2.000 Mitarbeiter und betreibt neben www.stepstone.de Online-Jobbörsen in weiteren Ländern. Das 1996 gegründete Unternehmen ist eine Tochter der Axel Springer SE.


Redaktion/Verantwortlich für den Inhalt: Saskia Leininger