Neue Studie von Kienbaum und Earlybird

Start-ups – jung, dynamisch, schlecht vergütet?

25. November 2019 | Von: Tamara Scheben, Charlotte Thiel
Zur Veröffentlichung unserer gleichnamigen Start-up Vergütungsstudie, die in Kooperation mit Earlybird entstanden ist, fand am Mittwoch in Berlin ein spannendes Event statt, das ganz im Zeichen der HR stand.
Dem Publikum, bestehend aus Gründern und Investoren, stellte sich die grundsätzliche Frage, welche Rolle Risikofreude für Start-ups spielt. Einblicke in die Welt der Venture Capitals gab dazu Dr. Fabian Heilemann (Partner bei Earlybird), der deutsche und europäische Beispiele in Abgrenzung zu den USA vorstellte. Die Perspektive von Kienbaum als Mittelstandsberatung mit eigenen Start-up Beteiligungen brachten Dr. Sebastian Pacher und Dr. Michael Kind ein, und präsentierten die spannendsten Ergebnisse der frisch veröffentlichten Studie.

Wie viel Struktur braucht die HR-Arbeit und insbesondere das Thema Vergütung in Start-ups? Wie passen schnelllebiges und nachhaltiges HR-Management zusammen?

Diese Fragen brennen sowohl Start-ups als auch Investoren unter den Nägeln. Im Anschluss an die Impulsvorträge diskutierte darum Noor van Boven, Chief People Officer bei N26, als Podiumsgast mit Kienbaum-Experte Sebastian Pacher und Julius Rüßmann von Earlybird im Panel über Mitarbeitervergütung und Incentives.

Mitarbeiter wollen Teil des Unternehmens sein

Einig waren sich alle Teilnehmer des Panels darüber, dass Vergütung signifikant mit der Unternehmenskultur zusammenhängt, die in europäischen und amerikanischen Unternehmen sehr unterschiedlich ist. Auch im Mindset der Mitarbeiter gibt es Unterschiede. So sind europäische und insbesondere auch deutsche Talente in Start-ups – im Gegensatz zu US-Amerikanern – weniger risikofreudig. Dies spiegelt sich auch in den ESOP (Employee Stock Option Plans) und VSOP (Virtual Employee Stock Option Plans) Volumina in Europa wieder, die, verglichen mit den USA, geringer ausfallen. Dabei sind ESOPs laut Earlybird „one of the greatest levers for entrepreneurs and investors to built businesses”, denn die Talente von heute wollen nicht mehr nur angestellt, sondern wirklich “Part of the Company” sein.

ESOP und VSOP sind die eigentliche Währung

ESOP und VSOP bieten gegenüber echten Unternehmensanteilen einen entscheidenden Vorteil: deren Empfänger werden zu Teilhabern des Unternehmens und haben als Gesellschafter ein Mitspracherecht bei Unternehmensentscheidungen. Die Mitarbeiterbeteiligung in Form von ESOP bzw. VSOP hingegen führt in der Regel lediglich im Falle eines erfolgreichen Exits zu einer Auszahlung und wäre deswegen insbesondere zu Beginn einer Start-up Existenz ein gutes Instrument zur Gewinnung von Talenten. Eine Tendenz, die sich in unserer Studie jedoch noch nicht zeigt, denn in den frühen Phasen enthalten die Vergütungspakete der Studienteilnehmer zwar zumeist ein eher schmales Fixgehalt und eine langfristige variable Vergütung, diese ist jedoch nur in wenigen Fällen als ESOP bzw. VSOP ausgestaltet. Eine der Haupterkenntnisse des Panels war daher auch, dass Start-ups insbesondere Mitarbeiter benötigen, die bereit sind, gewisse Risiken zu tragen.

„When you’re part of the possibility you’re also part of the responsibility”

Denn wer die Chance einer virtuellen Unternehmensbeteiligung erhält, ist eben gleichzeitig auch Teil möglicher Risiken bei einer weniger erfolgreichen Entwicklung – oder wie Noor van Boven es passend auf den Punkt brachte: „Ownership always has two sides“.

Wir freuen uns über das große Interesse am Thema Vergütung in Start-ups und stehen Ihnen gerne jederzeit für weitere Fragen, Anregungen oder Ideen zur Verfügung. Sprechen Sie uns gerne an!

Finden Sie hier eine exklusive Leseprobe der Vergütungsstudie “Start-ups – jung, dynamisch, schlecht vergütet?”:

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