Zur Agilität in Unternehmen
der Ver- und Entsorgungswirtschaft

Zur Agilität in Unternehmen
der Ver- und Entsorgungswirtschaft

Ausgangslage: Methoden des „agilen“ Vorgehens wurden bereits in früheren Jahren, beispielsweise im Rahmen des Qualitätsmanagements eingesetzt. Dass sie heute intensiv diskutiert werden, liegt auch daran, dass Flexibilität und Selbstbestimmung bei Beschäftigten eine immer größere Rolle spielen.

Auch das Voranbringen neuer Innovationsprozesse in Organisationen sowie die Fähigkeit, schneller auf Veränderungen reagieren zu können, sind Gründe für das steigende Interesse an dem Thema der Agilität. So sind flache Hierarchien, autonome Expertenteams und ein agiles Projektmanagement Beispiele für veränderte Organisationsstrukturen, die auch in Unternehmen der Ver- und Entsorgungswirtschaft immer mehr vordringen.

Um diese Fähigkeit zu entwickeln, setzen die Unternehmen der Branche zunehmend auf Methoden des „agilen“ Vorgehens, aber auch beispielsweise auf ausgeprägte Teamarbeitsformen sowie den Einsatz digitaler Technologien. Agilität wird dabei fast als ultimativer Lösungsansatz für alle Entscheidungsprozesse und bisherigen Defizite gesehen.

Wie Unternehmen der Branche dabei mit dieser Entwicklung umgehen, beleuchten wir im Folgenden.

 

Status quo des praktischen Einsatzes

 

Während der routinierte und dauerhafte Einsatz agiler Arbeits- und Organisationsformen in den Unternehmen der Branche aktuell noch eher überschaubar ist, sieht die überwiegende Mehrheit der Unternehmen den klaren potenziellen Nutzen agiler Arbeits- und Organisationsformen. Über
80 % der in der Trendstudie „All Agile Future?“ befragten Branchenunternehmen erproben oder planen den Einsatz agiler Arbeits- und Organisationsformen.

Dabei werden diese Formen nicht nur – erwartungsgemäß – in IT-Bereichen eingesetzt, sondern auch verstärkt in weiteren Zentralbereichen, wie etwa der Unternehmensentwicklung, dem Marketing oder der Personalabteilung. Aber schon zu einem Drittel werden diese Formen auch im Vertrieb eingesetzt oder erprobt.

Die Häufigkeit der Nutzung ist dabei unterschiedlich ausgeprägt. Jedoch nutzen bereits 12 % der befragten Unternehmen agile Methoden sogar (mehrmals) wöchentlich oder täglich. Dabei gehen die Unternehmen noch weiter und bedienen sich zu einem Fünftel zur Umsetzung der Methoden oder dem Aufbau des Wissens externer Hilfe. Immerhin schon 16 % haben eigene Rollen (wie zum Beispiel den Agile Coach) geschaffen und bauen ihn gerade auf.

Um mehr agiles Vorgehen zu fördern verändern die Unternehmen die beeinflussenden Rahmenbedingungen und Strukturen. Flachere Hierarchien und transparente Informationsbereitstellungen (für alle) sind hier auf dem Vormarsch. Das Arbeiten in cross-funktionalen/funktionsübergreifenden Teams – welches schon länger in den Branchenunternehmen praktiziert wird – bekommt hier noch mal einen Schub. Auch die umfängliche Nutzung flexibler Arbeitsmodelle, die in der Branche schon lange vorhanden sind, ist eine notwenige Rahmenbedingung, um den Bestrebungen agilen Arbeitens besser nachkommen zu können.

Auch weitere Rahmenbedingungen, wie die flexiblen Budgetverteilungen, bewegliche Organisationsformen und die Verlagerung von Verantwortungen in Teams finden sukzessiven Zuwachs.

Mit Blick auf die agilen Methoden plant über die Hälfte der Unternehmen, die Nutzung (weiterer) agiler Methoden im Unternehmen einzuführen.

Scrum, Kanban und Design Thinking sind sowohl im Hinblick auf ihre Bekanntheit als auch ihre Nutzung die derzeit am weitesten verbreiteten Methoden. Während Scrum im Status quo am weitesten verbreitet ist, wird bei teilnehmenden Unternehmen erwartet, dass in Zukunft vor allem die Nutzung bzw. der Einsatz von Design Thinking steigen wird.

 

Welche Ableitungen lassen sich daraus treffen bzw. welche Perspektiven ergeben sich daraus?

 

Was den Einsatz agiler Arbeits- und Organisationsformen im eigenen Unternehmen betrifft, so wird der Mehrwert der Nutzung etwa zur Hälfte als eher gut bis sehr gut eingeschätzt. Man sieht aber auch noch Potenzial in der praktischen Umsetzung – und der Überzeugung weiterer Beschäftigter von diesen neueren Verfahren – um positive Effekte zu erzeugen.

Darüber hinaus sind die teilnehmenden Unternehmen in ihrer Einschätzung einig, dass der Einsatz beziehungsweise die Umsetzung agiler Arbeits- und Organisationsformen in der Branche in Zukunft noch deutlich ansteigen und insgesamt positive Effekte auf die Unternehmensleistungen haben wird. Auch hinsichtlich der Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit erwarten die befragten Unternehmen mehrheitlich, dass der intensivere Einsatz agiler Arbeits- und Organisationsformen einen positiven Einfluss haben wird.

Auch auf das eigene Unternehmen bezogen, schätzen alle Befragten ein, dass zunehmende Ansprüche der jüngeren Generationen den intensiveren Einsatz agiler Formen „erzwingen“ werden. Umgekehrt befürchten eine weit überwiegende Anzahl der befragten Unternehmen, dass das „Ignorieren“ agiler Arbeits- und Organisationsformen künftig einen entscheidenden Wettbewerbsnachteil mit sich bringen wird.

 

Fazit

 

In der Gesamtbetrachtung lässt sich festhalten, dass der aktuelle Einsatz agiler Methoden sowie Arbeits- und Organisationsformen innerhalb der Branche noch am Anfang steht, der überwiegende Teil der Befragten in (näherer) Zukunft jedoch einen intensiveren Einsatz von agilen Formen begrüßt und als wichtig erachtet, um Innovationsprozesse voranzubringen und um auf Veränderungen schneller reagieren zu können. Die Frage „All Agile Future?“ in der Energie-, Wasser- und Entsorgungswirtschaft lässt sich also aus heutiger Sicht – auch bei einem noch teilweise heterogenen Bild – mit einem klaren „Ja“ beantworten.

 

Hier geht es zur vollständigen Trendstudie „All Agile Future“.

 

Kienbaum versteht sich als Partner mit langjähriger Expertise in der kundenspezifischen Entwicklung und Umsetzung von modernen, passgenauen HR Transformation, Compensation und Performance Management-Lösungen für Kundinnen und Kunden unterschiedlichster Branchen.

 

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