Burdas Digitalmarkenvorstand im #PPLCON-Kurzinterview

3 Fragen an…Stefan Winners

1. Juli 2019 | Von:
Kerstin Wandt

Herr Winners, was macht die Digitalisierung bei Burda besonders?

Ich bezeichne die Digitalisierung bei Burda als Zeitenwende – schon 1994 hat unser Verleger Dr. Hubert Burda sehr intensiv kommuniziert, dass die Welt digital wird. Auch während der Jahre 2001 bis 2008 – in denen die Meinung negativer wurde – haben wir bei Burda weiter investiert. Die Medienwelt hat sich in dieser Zeit radikal geändert: Sowohl die Informations- als auch die Werbewelt sind heute global geworden. Werbung findet immer starker online bzw. auf mobilen Devices statt. Fernsehen ist heute für junge Menschen nicht mehr so relevant. Wer sich informiert, tut dies online. Wir betrachten uns mit unseren Produkten als digitalen Vorreiter, und wir sind stolz darauf, als Familienunternehmen jederzeit ganz vorne mit dabei zu sein.

Wagen Sie doch einmal einen Blick in die Zukunft – was können Europäer in Sachen Technologie und KI von den großen Marktführern lernen?

Europa ist zwar führend, was die KI-Forschung betrifft, doch fehlt uns Europäern in diesem Umfeld aktuell die Bereitschaft, vergleichsweise stark zu investieren. Wir konnten beispielsweise von der Bereitschaft der chinesischen Regierung lernen, neue Technologien zu fordern. In den Jahren 2012 bis 2017 sind in Europa 300 Milliarden Euro in Start-Ups investiert worden. Im gleichen Zeitraum waren es in China 1.500 Milliarden Euro – also das fünffache Invest. Eine gewisse Risikobereitschaft ist natürlich vonnöten, aber allein im Raum Peking werden heute 1.500 Startups staatlich gefördert, die in Sachen Künstliche Intelligenz forschen. Auch bei der universitären Bildung können wir vom Ausland lernen. Ein Wechsel von der Forschung in ein Start-Up und zurück wird für Professoren zukünftig ganz normal werden. In Europa und Deutschland ist das aktuell fast ausgeschlossen.

Und welche Tipps können Sie HR-Profis für die Zukunft mitgeben?

Es wird immer schwerer, herausragende und leistungsbereite Talente zu finden und zu halten. Für uns bedeutet das erstens, die Vergütung zwar attraktiv aber nicht exzessiv zu gestalten. Wir wählen zweitens heute konsequent unsere Führungskräfte per Management Audit aus und setzen so Standards, um wirklich gute Führungskräfte zu finden. Wir haben auch deutlich geringere Fehlbesetzungen in diesen Positionen. Und drittens nehmen wir uns Zeit, über unsere Strategie zu sprechen und den Wissensaustausch zu optimieren. Wir haben auf die Weise heute eine diverse Aufstellung entwickelt, in der zwar noch deutlich mehr Frauen sein könnten, aber in der sich niemand befindet, nur weil sie eine Frau ist – sondern weil sie kompetent und erfolgreich ist.

 

Stefan Winners bei der Kienbaum People Convention am 16. Mai 2019 in Köln.