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Rückblick auf den ersten Corporate Governance Roundtable von Kienbaum und Flick Gocke Schaumburg

Mit nachhaltiger Unternehmensführung zu einer besseren Performance

23.10.2018

Unternehmen, die nachhaltig geführt werden, überleben länger und liefern eine bessere Performance. Diese Überzeugung stand im Mittelpunkt des Vortrags von Michael Viehs von Hermes Investment Management beim ersten Corporate Governance Roundtable am 11. Oktober 2018 in Köln. Nach seiner Einschätzung werden sogenannte ESG-Faktoren deshalb für institutionelle Investoren immer relevanter. Die Abkürzung „ESG“ steht für „Environmental, Social and Governance“ und beschreibt Kriterien, anhand derer institutionelle Investoren den langfristigen Erfolg eines Unternehmens hinsichtlich ökologischer sowie sozialer und gesellschaftlicher Aspekte bewerten. Das Überprüfen des Nachhaltigkeits-Engagements eines Unternehmens anhand von Checklisten, wie es derzeit vermehrt praktiziert wird, lehnt Viehs jedoch ab. Denn er ist davon überzeugt, dass die Ausgestaltung dieses Engagements von Unternehmen zu Unternehmen sehr unterschiedlich ist und das Anlegen eines immer gleichen Maßstabs an ganz unterschiedliche Unternehmen nicht sinnvoll ist.

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit konkret bei der Ausgestaltung der Vorstandsvergütung? Diese Frage stand im Fokus des Vortrags von Sebastian Pacher, Corporate-Governance-Experte bei Kienbaum, die er zusammen mit den teilnehmenden Top-Executives aus überwiegend börsennotierten Unternehmen kritisch beleuchtet hat. Das Ergebnis einer aktuellen Kienbaum-Analyse ist, dass das Anlagevolumen in Nachhaltigkeits-Investments steigt. Bereits heute besteht eine starke Verknüpfung zwischen Nachhaltigkeit und Vorstandsvergütung. Das bedeutet, bei den variablen Vergütungskomponenten werden vermehrt Nachhaltigkeitsziele als Bemessungsgrundlage herangezogen. Allgemein helfen mehrjährige Vergütungskomponenten, um die Nachhaltigkeit zu steigern.

Angesichts der Dynamik durch die stärkere Orientierung an Nachhaltigkeitszielen – nicht zuletzt durch den Druck der Investoren – stellt sich die Frage nach den richtigen Kompetenzen „on Board“ und der Relevanz von Kompetenzprofilen für den Aufsichtsrat. Frederik Gottschalck und Markus Gunnesch von Kienbaum sind – gespeist durch viele Gespräche mit Unternehmenslenkern in den vergangenen Monaten – überzeugt: Der Ruf nach mehr Kompetenz und Effizienz im Aufsichtsrat wird lauter. Denn Kompetenz im Kontrollgremium steigert die Professionalisierung und Qualitätssteigerung der Gremienarbeit. 

Neue Anforderungen aus der Regulatorik standen im Mittelpunkt des Vortrags von Anja Herb und Matthias Merkelbach von Flick Gocke Schaumburg, die den Roundtable zusammen mit Kienbaum veranstaltet haben. Dabei sind sie auf die wichtigsten Anforderungen insbesondere aus der Aktionärsrechterichtlinie und dem CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz eingegangen. In Bezug auf die Aktionärsrechterichtlinie ging es um Themenbereiche wie Vergütungspolitik und Vergütungsbericht oder um Transparenz bei institutionellen Anlegern, Vermögensverwaltern und Stimmrechtsberatern. Außerdem gaben Herb und Merkelbach einen Einblick in die aktuelle Umsetzungspraxis des Gesetzes zur Umsetzung der CSR-Richtlinie.

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