Employee Experience

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Was versteht man unter Employee Experience?

Unter Employee Experience wird die Summe aller Eindrücke, Wahrnehmungen und Erlebnisse verstanden, die Mitarbeitende im Verlauf ihres gesamten Beschäftigungsverhältnisses sammeln. Sie beginnt mit dem ersten Kontakt als potenzielle Bewerbende und endet mit dem Austritt aus dem Unternehmen. Employee Experience umfasst sowohl formale Prozesse als auch informelle Aspekte wie Führungsverhalten, Zusammenarbeit und Unternehmenskultur. Entscheidend ist nicht allein, welche Angebote bestehen, sondern wie diese aus Sicht der Mitarbeitenden erlebt werden. Der Ansatz richtet den Fokus konsequent auf die Perspektive der Mitarbeitenden.

Welche Phasen umfasst die Employee Experience?

Die Employee Experience erstreckt sich über alle Phasen des Employee Lifecycles. Dazu zählen Recruiting, Onboarding, der laufende Arbeitsalltag, Entwicklung und Karriere sowie das Offboarding. Jede Phase enthält zahlreiche Berührungspunkte, an denen Mitarbeitende Erfahrungen machen und Erwartungen aufbauen. Positive wie negative Erlebnisse wirken häufig über einzelne Phasen hinaus. Eine konsistente Gestaltung aller Phasen ist daher entscheidend für eine nachhaltige Employee Experience.

Was sind Beispiele für Employee Experience?

Beispiele für Employee Experience zeigen sich im gesamten Arbeitsalltag. Dazu gehören ein transparenter und wertschätzender Recruiting-Prozess, ein strukturiertes Onboarding oder regelmäßige, konstruktive Feedbackgespräche. Auch der Zugang zu funktionierenden digitalen Tools, klare Zuständigkeiten oder flexible Arbeitsmodelle prägen die Arbeitserfahrung. Ebenso relevant sind informelle Aspekte wie Teamzusammenhalt, Kommunikationsstil oder der Umgang mit Veränderungen. Jedes einzelne Erlebnis trägt zur Gesamtwahrnehmung des Arbeitgebers bei.

Welche Rolle spielen Emotionen in der Employee Experience?

Employee Experience ist eng mit der emotionalen Wahrnehmung von Mitarbeitenden verbunden. Gefühle wie Wertschätzung, Zugehörigkeit oder Sinnhaftigkeit beeinflussen maßgeblich, wie Arbeit erlebt wird. Diese emotionale Dimension wirkt häufig nachhaltiger als einzelne Maßnahmen oder Angebote. Mitarbeitende erinnern sich weniger an Prozesse als an das Gefühl, gehört und ernst genommen zu werden. Eine wirksame Employee Experience berücksichtigt daher gezielt emotionale Faktoren.

Die Säulen der Employee Experience

Die Employee Experience basiert auf zentralen Säulen, die gemeinsam die Arbeitserfahrung von Mitarbeitenden prägen. Entscheidend ist ihr Zusammenspiel. Keine Säule wirkt isoliert.

  • Kulturelle Säule
    Sie umfasst Werte, Führungsverhalten, Kommunikation und Zusammenarbeit. Diese Säule bestimmt, ob Mitarbeitende Wertschätzung, Vertrauen und Zugehörigkeit erleben. Eine konsistente Kultur schafft Orientierung und Sinn und wirkt sich direkt auf Engagement und Bindung aus.
  • Digitale Säule
    Die digitale Säule beschreibt alle Systeme, Tools und Prozesse, mit denen Mitarbeitende täglich arbeiten. Intuitive, zuverlässige und gut integrierte digitale Lösungen erleichtern produktives Arbeiten und reduzieren Reibungsverluste. Negative digitale Erlebnisse wirken sich dagegen unmittelbar auf die Employee Experience aus.
  • Physische Säule
    Diese Säule bezieht sich auf die Gestaltung der Arbeitsumgebung, einschließlich Arbeitsplatz, Ausstattung und ergonomischer Bedingungen. Sie beeinflusst Konzentration, Gesundheit und Wohlbefinden. Auch hybride Arbeitsmodelle und Homeoffice-Rahmenbedingungen gehören hierzu.

Warum ist Employee Experience für Unternehmen relevant?

Employee Experience ist ein zentraler Erfolgsfaktor für Unternehmen. Eine positiv gestaltete Employee Experience steigert Motivation, Leistungsbereitschaft und Bindung von Mitarbeitenden. Gleichzeitig sinken Fluktuation, Fehlzeiten und Rekrutierungskosten. In Zeiten von Fachkräftemangel wird Employee Experience zu einem wichtigen Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb um Talente. Unternehmen mit einer klaren Employee Experience-Ausrichtung stärken ihre Arbeitgeberattraktivität und ihre langfristige Wettbewerbsfähigkeit.

Wie unterscheidet sich Employee Experience von Mitarbeiterzufriedenheit?

Mitarbeiterzufriedenheit beschreibt den aktuellen Zufriedenheitszustand von Mitarbeitenden zu einem bestimmten Zeitpunkt. Employee Experience geht darüber hinaus und betrachtet Arbeitserlebnisse ganzheitlich und über einen längeren Zeitraum hinweg. Während Zufriedenheit eher ein Ergebnis ist, fokussiert Employee Experience auf die bewusste Gestaltung der Einflussfaktoren. Der EX-Ansatz ist damit strategischer und langfristiger ausgerichtet. Mitarbeiterzufriedenheit kann als ein Bestandteil der Employee Experience verstanden werden, ersetzt diese jedoch nicht.

Wie lassen sich Touchpoints der Employee Experience gezielt gestalten?

Die gezielte Gestaltung von Touchpoints ist ein zentraler Hebel für eine positive Employee Experience. Unternehmen gehen dabei systematisch und iterativ vor.

  • Identifikation relevanter Touchpoints
    Analyse aller Situationen, in denen Mitarbeitende mit Organisation, Führung oder HR in Kontakt kommen, z. B. Recruiting, Onboarding, Feedbackgespräche oder Entwicklungsmaßnahmen.
  • Analyse aus Mitarbeitendenperspektive
    Bewertung der Touchpoints mithilfe von Feedback, Befragungen oder Interviews, um Erwartungen, Pain Points und emotionale Wahrnehmungen zu verstehen.
  • Priorisierung nach Wirkung
    Fokussierung auf Touchpoints mit besonders hohem Einfluss auf Motivation, Leistung oder Bindung, statt punktueller Einzeloptimierungen.
  • Gezielte Weiterentwicklung
    Anpassung von Prozessen, Kommunikation oder Rollen auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse, um Erlebnisse konsistenter und wertschätzender zu gestalten.
  • Kontinuierliche Überprüfung
    Regelmäßige Messung und Nachsteuerung, da sich Erwartungen, Arbeitsformen und Rahmenbedingungen kontinuierlich verändern.

Wie kann Employee Experience gemessen und gesteuert werden?

Die Messung der Employee Experience ist Voraussetzung für ihre wirksame Steuerung. Unternehmen nutzen dafür quantitative Instrumente wie regelmäßige Mitarbeitendenbefragungen oder kurze Pulse-Checks. Ergänzend liefern qualitative Rückmeldungen wertvolle Einblicke in Wahrnehmungen und Erwartungen. Die Ergebnisse ermöglichen es, Maßnahmen zu priorisieren und deren Wirkung nachvollziehbar zu machen. Employee Experience wird dadurch datenbasiert und strategisch steuerbar.

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