Stellenabbau bei Banken – Das „New Normal“ beim Jobwechsel

Einmal Banker – immer Banker?

Stellenabbau bei Banken – Das „New Normal“ beim Jobwechsel

Digitalisierung, Automatisierung, Niedrigzinsphase, De-Filialisierung und zunehmender Kostendruck sind nicht nur die Schlagzeilen der Bankenmagazine, sondern auch die Einflussfaktoren, die Banken zu unpopulären Entscheidungen zwingen. Resultat sind Restrukturierungen mit einem einhergehenden Stellenabbau, der bei vielen Instituten schon lange an der Tagesordnung ist und bei Beschäftigten einen hohen Grad an Verunsicherung auslöst.

Der Stellenabbau bei Banken stellt zahlreiche Mitarbeiter vor Fragen zur Neuorientierung

Vor diesem Hintergrund stellt sich für zahlreiche Banker die Frage, inwieweit es in diesen Zeiten überhaupt vertretbar ist, den Job zu wechseln, sei es freiwillig oder unfreiwillig. Und wenn ja, wohin?

Zunächst einmal ist die Antwort abhängig von der persönlichen Perspektive: Ist meine Tätigkeit in einem Bereich angesiedelt, der von einem Stellenabbau betroffen ist, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass in einem anderen Finanzinstitut in diesem Bereich ebenfalls Jobs wegfallen bzw. kein neues Personal eingestellt wird. Ein Sidestep – gleicher Tätigkeitsbereich mit gleicher oder größerer Verantwortung – verspricht daher nur wenig Erfolg. „Sehenden Auges“ zu bleiben wo man ist, stellt jedoch in den meisten Fällen ebenfalls keine gelungene Lösung dar.

 

Ein Wechsel auf die Unternehmensseite verspricht Chancen in der Wirtschaft

Das entscheidende Kriterium ist daher, inwieweit andere Unternehmen fernab der Finanzinstitute von Ihrer Erfahrung im Job und Ihren Qualifikationen profitieren können. Führungskräfte und Spezialisten aus den Bereichen Corporate Finance, Kapitalmarktgeschäft und Treasury wechseln immer wieder branchenübergreifend auf die Unternehmensseite in der Wirtschaft. Auch Mitarbeiter aus Zentralfunktionen haben teilweise Möglichkeiten, spannende Alternativen außerhalb der Bankenbranche zu finden.

In den nach wie vor stabilen Immobilienmärkten ist das Finanzierungs-Know-how von Spezialisten aus der gewerblichen Immobilienfinanzierung sowohl auf der Banken- als auch der Investorenseite weiterhin gefragt.

Bin ich als Banker in beratungsintensiven Geschäftsbereichen wie dem Corporate Banking, dem komplexen Immobilienfinanzierungsgeschäft oder dem Wealth Management beschäftigt, so sind die Aussichten auf einen lohnenden Jobwechsel auch innerhalb der Bankenlandschaft durchaus positiv. Darüber hinaus sind Digital-, IT- und Prozess-Experten sowie innovative Produktspezialisten stark gefragt. Allerdings ist hierbei eine genaue Abwägung der Chancen und Risiken sowie die Aussicht auf eine Verbesserung hinsichtlich Verantwortung, Aufgabenspektrum und Vergütung erforderlich.

 

Der Wandel des Bankensektors verändert auch Karrierewege

Insgesamt betrachtet wird sich die Bankenlandschaft in den kommenden Jahren radikal verändern. Das klassische Berufsbild des Bankkaufmanns wird immer weniger gefragt sein. Innovative Spezialisten mit hoher Digital- und Technologiekompetenz sowie erfahrene Manager, die Unternehmenskultur neu gestalten und Transformationsprozesse treiben können, gewinnen zunehmend an Bedeutung. Die Banken werden dabei zukünftig verstärkt Mitarbeiter aus anderen Branchen rekrutieren, um sich neuen Input und Innovationen ins Unternehmen zu holen.

Auch viele Karrierewege werden sich in den nächsten Jahren verändern. So werden geradlinige Entwicklungspfade in den Hintergrund treten. Mitarbeiter werden zukünftig vielmehr in regelmäßigen Abständen neue Funktionen innerhalb der Organisation übernehmen. Dies kann sowohl ein Seitwärtsschritt als auch ein Schritt nach oben oder der Schritt von der Führungs- in die Spezialistenfunktion sein. Zu den bedeutenden Kompetenzen und Fähigkeiten werden Agilität, Kundenorientierung, vernetztes Denken und Handeln, Verständnis für Unternehmenskultur sowie die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen gehören.

Bleibt als Fazit festzuhalten: Das „New Normal“ für den Job-Wechsel des Bankers bedeutet Beweglichkeit und Veränderungsbereitschaft, am Puls des schnelllebigen Marktes zu agieren und sich in zukunftsweisende Funktionen und Branchen hinein zu orientieren – es ist schließlich nie zu spät für einen Wechsel.

 

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Barbara Thiell | E-Mail: barbara.thiell@kienbaum.de | Tel.: +49 69 96 36 44-39