Reint Gropp über Innovationen und Status Quo der deutschen Wirtschaft

People Convention 2024

Reint Gropp über Innovationen und Status Quo der deutschen Wirtschaft

Der Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle, Prof. Reint Gropp, ging in seinem Vortrag auf der Kienbaum People Convention auf die aktuelle Lage der deutschen Wirtschaft ein und erörtert die These, warum Deutschland als "kranker Mann Europas" gesehen werde.

Prof. Reint Gropp erläuterte in seinem Impuls den pessimistischen Blick vieler auf Deutschland. Ende vergangenen Jahres stellte das internationale Wirtschaftsmagazin The Economist die These auf, dass Deutschland erneut der “kranke Mann Europas” sei. Gropp griff die These auf und befasst sich mit den Auswirkungen des Arbeitskräftemangels und der Rolle von Innovation und Produktivitätswachstum. Es sei wichtig zu verstehen, woher Wachstum komme, ordnete er zu Beginn ein. Ein relevanter Faktor sei die Innovation bei bestehenden Unternehmen einerseits, und die Verdrängung bestehender Unternehmen durch neuere, innovativere Firmen. In Deutschland jedoch treten wenig neue Unternehmen in den Markt ein und wenige verlassen ihn. Dennoch lag das Produktivitätswachstum Deutschlands in den vergangenen Jahren nicht niedriger als im europäischen Vergleich.

Warum es aktuell aber schwieriger wird und was die Politik unternehmen kann, darauf ging Gropp weiter ein. Im internationalen Vergleich sei es in Deutschland schwieriger Risikokapital zu erhalten. Dementsprechend gebe es auch weniger bekannte junge Unternehmerinnen und Unternehmer. Was muss also passieren? Der Wirtschaftskenner erläuterte, dass deutsche Unternehmen besser darin werden müssen, Innovationen umzusetzen. Es bestehen aber Zweifel – so auch in einer Publikation des Economists – ob die Unternehmen hierzulande das auch mit disruptiven Themen wie z.B. KI schaffen.

Und welche Rolle spielt KI aus gesamtwirtschaftlicher Betrachtung? Gropp stellte klar, dass noch nicht gesagt werden kann, inwieweit KI die Produktivität in Unternehmen beeinflusst. Es stehe die Frage im Raum, ob KI eine fundamentale Veränderung der Wirtschaft herbeiführe. In der Vergangenheit habe technologischer Fortschritt immer mehr neue Arbeitsplätze geschaffen, als alte verdrängt wurden. Keine Technologie habe die Grundlagen der Wirtschaft verändert. Es bestehe das Potential, dass es bei KI so ist, aber es lasse sich derzeit nicht solide beantworten.

Schauen Sie sich den Vortrag und die Analyse in voller Länge an. 

 

Weitere Inhalte der Konferenz finden Sie in unserem Rückblick der People Convention 2024.